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Adelsgenealogie ist besonders aufregend, spannend und auch aufwändig, weil sie oft jahrhundertelang weiter zurück führt, als bei Nichtadeligen.

Und sie wird auch schon viel länger betrieben, als die 'bürgerliche Genealogie'.

Viele dieser Adels-Forschungen wurden nie gedruckt, sondern liegen in Form von umfangreichen Codices (Handschriften) in Archiven und sind deswegen und wegen der anspruchsvollen alten Kurrentschriften nur einem kleinen Kreis zugänglich.

Umso erfreulicher ist es, wenn solche alten Codices editiert und damit der weltweiten Forschergemeinde zugänglich gemacht werden.

Das ist auch hier der Fall.

Der Lehrer und Heimatforscher Joseph Sebastian KÖGL (1803-1856) hat zwischen 1835 und 1842 das sehr umfangreiche 'Fragmentarisches Lexikon vom lebenden und erloschenen, immatrikulirten und nicht immatrikulirten Adel in Tirol und Vorarlberg' verfaßt und den Inhalt bis etwa 1850 aktuell gehalten. Er bezog darin praktisch alle schon vorhandene Literatur mit ein, u.a. auch das umfangreiche Manuskript seines Mentors, des Kanonikus und Genealogen Stephan von MAYRHOFEN (1751-1848) 'Genealogie des tirolischen Adels' mit 495 enthaltenen Tiroler Adelsfamilien, das ebenfalls bis heute nicht im Druck erschienen ist.

Bedingt durch den frühen Tod Kögls und auch die Widerstände mancher beschriebenen Adelsfamilien damals, ist dieses Monumentalwerk nicht gedruckt worden, lediglich Auszüge wurden publiziert.

Umso erfreulicher ist es, daß der Universitätsverlag Wagner in Innsbruck dieses Werk kürzlich herausgebracht hat und zwar als Band 364/I der verdienstvollen Schlern-Schriften.

Es handelt sich um zwei umfangreiche großformatige Bände mit über 1200 Seiten, in denen die Geschichte von 1212 adeligen Geschlechtern aus Tirol und Vorarlberg in lexikalischer Form dargestellt ist. Bei allen Familien ist auch das Wappen in Form von großen schwarz-weißen Zeichnungen abgedruckt, 48 dieser Wappen sind auch auf Farbtafeln dargestellt.

Angeführt werden jeweils das früheste belegte Erscheinen der Familie, wesentliche Ereignisse und Zäsuren in der Familiengeschichte, insbesondere Standeserhöhungen, Matrikeleinträge und Stiftungen, sowie die Besitzungen (Schlösser, Edelsitze und Herrschaften).

Die ausführliche Einleitung u.a. zum Werk und zum Autor, das Literatur- und Abkürzungsverzeichnis sowie Register zu erwähnten Burgen, Schlössern, Ansitzen und Herrschaften, Wappenvereinigungen, Fürsten und Herren und schließlich das 190 Seiten umfassende Personenregister umrahmen und ergänzen dieses Werk.

Diese verdienstvolle Edition erfolgte durch Univ.-Doz. Dr. Olaf STANGER, geb. 1965 in Graz, Studium der Medizin und Geschichte in Wien, London und Graz. Herzchirurg. Arbeiten zu ausgewählten Themen der Tiroler Landesgeschichte des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit.

 

Man kann der Verlagsbeschreibung "Die riesige Fülle an Informationen macht Kögls genealogisch-heraldisches Adelslexikon zu einem einzigartigen Standardwerk, das einen Querschnitt durch den blühenden und erloschenen Tiroler und Vorarlberger Adel von den frühesten Anfängen bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts bietet und eindrucksvoll veranschaulicht, dass die adeligen Familien dieses Raumes die Landesgeschichte wesentlich mitgeprägt haben." also nur zustimmen.

Verlagsbeschreibung

 

Kurzbeschreibung:
Genealogisch-Heraldisches Adelslexikon von Tirol und Vorarlberg
ISBN: 978-3-7030-0821-4
Umfang: 1248 Seiten
gebunden
2 Teilbände mit rund 1200 Wappenabbildungen
Reihe: Schlern-Schriften
Band: 364
Preis: EUR 128,00

 

Günter Ofner, Wien im November 2015