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Viele Ahnenforscher arbeiten oft jahre-, ja jahrzehntelang an ihren genealogischen Forschungen.
Sie wenden viel Zeit, Geld und Mühe auf, Dokumente zusammenzutragen, sie zu transkribieren und oft auch zu übersetzen, und diese so gewonnenen Daten in einem Stammbaum darzustellen.
Neben den Dokumenten werden meist auch Fotos, Ortsbeschreibungen, historische Abhandlungen, Wappen usw. gesucht, ausgewertet und archiviert.
Oft recht weite Reisen führen die Forscher einerseits zur Recherche in die Archive, andererseits auch in die Wohnorte der Vorfahren und zu Verwandten, die man oft erst durch die genealogische Forschung kennengelernt hat.

Aber jedes Forscherleben endet einmal und oft findet sich niemand in der Familie, der die Forschungen fortführt. Und so landen auch imponierende Stammbäume und große Sammlungen an Dokumenten und anderen Unterlagen früher oder später im Altpapier bzw. Abfall.
Jahre-, oft jahrzehntelange Arbeit geht damit unwiderbringlich verloren, Zeit, Geld und Mühe eines Forscherlebens waren vergeblich.

Deshalb sollte sich jeder Forscher auch beizeiten überlegen, wie er/sie das Ergebnis seiner/ihrer Forschungen langfristig dokumentieren und sichern kann - damit nicht die ganze Arbeit letztlich vergeblich war.

 

Diese nachfolgende Aufstellung soll Anregungen zur langfristigen Sicherung der eigenen Forschungsergebnisse bieten.

1. BUCHPUBLIKATION

Fassen Sie Ihre Forschungsresultate zu einem Buch zusammen.
Illustrieren Sie es mit den wichtigsten Originaldokumenten, die Sie gefunden haben, den wichtigsten Fotos, die Sie zur Familiengeschichte besitzen, eventuell auch mit alten Ansichten der Ahnenorte, der Wohnhäuser, alten Landkarten und Ortsplänen, historischen Zeitungsausschnitten usw.
Nehmen Sie auch eine Auswahl der mündlich überlieferten Geschichten, Geschichtchen und "Mythen" in das Buch auf.
Ihren Stammbaum können Sie entweder portionsweise ebenfalls abdrucken, oder als Faltblatt beilegen - noch besser vor dem rückwärtigen Buchdeckel ankleben (damit er nicht verlorengeht).
Besonders wichtig ist es, daß Sie auch Ihre Quellen angeben, denn Behauptungen ohne Quellenbelege sind oft problematisch.
Beachten Sie natürlich auch die Urheberrechtsbestimmungen Ihres Staates, sowie die Regeln bzgl. Bildrechte.

Dieses Buch lassen Sie dann in kleiner Auflage drucken bzw. kopieren und verteilen es im Verwandtenkreis. Senden Sie es auch an ihre regionalen Bibliotheken und Archive, Ihre Universitäts- und Ihre Landesbibliothek und die Nationalbibliothek Ihres Staates. Besonders wichtig ist es, dieses Buch auch den genealogischen und historischen Vereinen Ihres Landes anzubieten. Je schöner gestaltet dieses Buch ist, desto wahrscheinlicher ist es, daß es in Ihrer Verwandtschaft, den Bibliotheken und den Vereinen die Zeiten überdauern wird. Lassen Sie sich von den Kosten für diesen Buchdruck nicht abschrecken. Verglichen mit Ihren Recherche- und Reisekosten zur Beschaffung aller dieser Unterlagen wird das nur ein kleiner Bruchteil sein.

Vorteile: Je breiter Sie dieses Buch verteilen, desto größer sind die Chancen, daß Ihre Forschungsergebnisse zwei -, drei - oder mehr Jahrhunderte überdauern werden. Im Unterschied zu elektronischen Datenträgern wird ein Buch auch noch Jahrhunderte später lesbar sein.
Auch unsere Bibliothek bei Familia Austria in Wien archiviert solche Bücher: Ortliebgasse 3a, 1170 Wien, Österreich

Nachteile: Wenn das Buch einmal gedruckt ist, dann können Sie keine größeren Änderungen oder Ergänzungen mehr anfügen.
Aber letztlich ist es doch besser, 95% der Forschungsergebnisse dauerhaft gesichert zu haben, als gar keine.

 

2. EIGENE HEFTREIHE

Fassen Sie Ihre Forschungsresultate in einer Folge von Heften zusammen.
Illustrieren und gestalten Sie diese wie oben bei den Büchern, verteilen Sie diese wie oben an die Verwandtschaft, die öffentlichen Archive und die Vereine.
Natürlich sind auch hier Quellenangaben und rechtliche Bestimmungen wichtig.

Vorteile: Sie können Berichtigungen und Ergänzungen in späteren Heften anfügen und solange publizieren, wie Sie möchten.
Auch unsere Bibliothek bei Familia Austria in Wien archiviert solche Heftreihen: Ortliebgasse 3a, 1170 Wien, Österreich

Nachteile: Auch schön gestaltete Hefte werden in Ihrer Verwandtschaft, den Archiven und Vereinsbibliotheken eher ausgemustet werden als Bücher und können auch leichter verlorengehen.

 

3. GENEALOGISCHE - UND GESCHICHTLICHE ZEITSCHRIFTEN

Veröffentlichen Sie Ihre Forschungen nach obigem Muster in genealogischen oder geschichtlichen Zeitschriften.

Vorteile: Diese Zeitschriften werden in vielen öffentlichen und privaten Archiven gesammelt und damit noch lange verfügbar sein.

Nachteile: Aufgrund des beschränkten Platzes in diesen Zeitschriften wird es wohl meisten nur möglich sein, dort Teilbereiche Ihrer Forschungen zu veröffentlichen.

 

4. ELEKTRONISCHE DOKUMENTATIONEN

Bücher bzw. Hefte ausschließlich im elektronischen Format zu publizieren ist zwar eine kurzfristige Lösung, aber keine langfristige. Denn heutige elektronische Datenträger (DVDs, Festplatten, Sticks usw.) sind keineswegs lange funktionsfähig. Aber selbst wenn sie beispielsweise 200 Jahre überdauern sollten, das darauf verwendete Datenformat wird dann sicher nicht mehr lesbar sein.

Deshalb sorgen Sie dafür, daß Ihre Forschungsresultate auch gedruckt vorhanden sind.

 

5. EIGENE INTERNET-SEITEN

Viele Forscher veröffentlichen ihre Forschungen (auch) per eigener Internetseite.

Nachteile: Da solche Seiten natürlich auch immer wieder technisch gewartet werden müssen und an die Bezahlung der Domaingebühren gebunden sind, ist nicht damit zu rechnen, daß sie generationenübergreifend bestehen werden.

Natürlich wird heute alles im Netz von diversen "Datensammlern" irgendwo in der Welt dauerhaft gespeichert. Nur, ob Forscher in sagen wir 100 oder 200 Jahren an diese Archive auch herankommen werden, sei bezweifelt.

Deshalb sorgen Sie dafür, daß Ihre Forschungsresultate auch gedruckt vorhanden sind.

 

6. NACHLASSREGELUNG MIT ARCHIVEN

Eine dauerhafte Möglichkeit der Sicherung ist es, schon zu Lebzeiten die Übernahme des genealogischen Nachlasses mit einem Archiv zu vereinbaren.
Natürlich kann man auch schon zu Lebzeiten die eigenen Forschungsresultate abgeben (Vorlässe).

Vorteile: Das Archiv wird versuchen, das Material zu erhalten und der Forschung zugänglich zu machen.

Nachteile: Umfangreichere genealogische Nachlässe (z.B. viele Ordner und Schachteln) privater Forschungen werden von öffentlichen wie privaten Archiven wohl nur in Ausnahmefällen angenommen werden, einfach aus Platzgründen.

Auch unsere Bibliothek bei Familia Austria in Wien archiviert solche Nachlässe, wobei zuerst Klarheit bzgl. Umfang, Regionen, Aufarbeitung gegeben sein muß.

Unser Schwesterverein 'Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher e.V.' (AGoFF) übernimmt ebenfalls Vorlässe und Nachlässe aus seinem Forschungsgebiet www.agoff.de

 

7. ZUSAMMENFASSUNGEN AN ARCHIVE

Eine gute Möglichkeit, die wichtigsten Elemente der eigenen Forschung langfristig zu bewahren ist es, eine knappe und übersichtliche Zusammenfassung gut leserlich auszudrucken und in einer Mappe oder einem Ordner den wichtigsten privaten und öffentlichen genealogischen Archiven anzubieten.

Darin sollte jedenfalls ein Stammbaumausdruck mit allen Lebensdaten und -orten enthalten sein, ebenso gute Abzüge der wichtigsten Fotos und Dokumente und die Quellenangaben dazu.

In Österreich nimmt auch unsere Familia Austria solche Zusammenfassungen zur Archivierung an. Ein Bezug zum alten Österreich
(- Ungarn) sollte gegeben sein: Ortliebgasse 3a, 1170 Wien, Österreich
Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Die meisten genealogischen Vereine nehmen solche Zusammenfassungen genealogischer Arbeiten bzw. ausgedruckte Stammbäume an. Fragen Sie einfach bei den regional in Frage kommenden Vereinen an.
Unser Schwesterverein 'Vereinigung Sudetendeutscher Familienforscher e.V.' (VSFF)
http://sudetendeutsche-familienforscher.de/beispielsweise betreibt in Regensburg ein genealogisches Archiv, in dem auch genealogische Arbeiten über das 'Sudetenland' archiviert werden.
Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

8. STAMMBÄUME IN DATENBANKEN

Eine Möglichkeit, die Eckpunkte der eigenen Forschung langfristig zu sichern ist es, den eigenen Stammbaum in einer Datenbank im Netz zu veröffentlichen. Diese Datenbanken werden von EDV-Profis gewartet und der Inhalt gesichert.

Allerdings sollte man darauf achten, wo man seine Daten veröffentlicht.
Genealogische Vereine, denen es ja grundsätzlich nur um die Forschung selbst geht, werden sich bemühen, alle Daten auch langfristig zu bewahren. Und sie werden daran interessiert sein, daß Berichtigungen und Ergänzungen nachträglich vorgenommen werden.
Dagegen werden Firmen (z.B. MyHeritage, Ancestry, Geni.com, Geneanet, Roots.web usw.), denen es ja grundsätzlich nur um Gewinn geht, diese Daten nur solange bereitstellen und sichern, solange sie daraus Gewinne lukrieren. Sei es, indem sie die von Ihnen gesammelten Daten weiterverkaufen, sei es, indem sie Ihre privaten Daten (Postadresse, Mailadresse, Alter usw.) weiterverkaufen usw.

Egal, ob Sie sich mit solchen Firmen einlassen oder nicht:
Um Ihre Chancen der langfristigen Sicherung Ihrer Daten zu verbessern, sollten Sie Ihre Daten jedenfalls auch bei mehreren nichtkommerziellen Datenbanken einspeisen lassen.

Für Stammbäume mit Bezug zum alten Österreich (- Ungarn) nimmt auch unsere Familia Austria solche Stammbäume im gedcom-Format zur Archivierung an.
Die Datenbank ist frei und kostenlos im Netz einsehbar:
https://www.familia-austria.at/index.php/datensammlungen/stammbaeume
Kontakt und Einsendeadresse: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Unser Schwesterverein 'Verein für Computergenealogie' bietet dafür seine Datenbank GEDBAS an.
Die Datenbank ist frei und kostenlos im Netz einsehbar.
https://gedbas.genealogy.net/

Unser Schwesterverein 'Gesellschaft für Familienforschung in Franken' (GFF) http://www.gf-franken.de/
nimmt elektronische Stammbäume an. Es erfolgt ein jährlicher Datenabgleich (jeweils ab Jänner) mit Verständigung der jeweiligen Forscher (jeweils ab März).
Die Datenbank selbst ist nicht im Netz einsehbar. 
Einsendeadresse: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Unser Schwesterverein 'Vereinigung Sudetendeutscher Familienforscher e.V.' (VSFF)
http://sudetendeutsche-familienforscher.de/ nimmt elektronische Stammbäume an.
Die Datenbank selbst ist nicht im Netz einsehbar.
Einsendeadresse: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Diese Möglichkeiten schließen einander natürlich nicht aus.
Man kann beispielsweise ein Buch (1) publizieren und zusätzlich Zusammenfassung und Stammbäume (7 und 8) bei einem Verein deponieren.

Ergänzungen zu dieser Auflistung sind herzlich willkommen.
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Betreff: Sicherung der Forschungsergebnisse

Günter Ofner, März 2017