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1500 bis heute; kaiserliche Armee, k.k.-Armee, k.k. Kriegsmarine, k.k.-Gendarmerie, k.u.k.-Armee, k.u.k.-Kriegsmarine, k.k. -, k.u. - und k.s.-Landwehr, k.u.k. Gendarmeriekorps für Bosnien und die Herzegowina, k.u.-Gendarmerie, Volkswehr, Bundesgendarmerie, B-Gendarmerie, Bundesheer

Alle Leser sind eingeladen, mir ihre Erfahrungen und ihre Sicht der Dinge zu schreiben und mich auf Fehler und Irrtümer meinerseits aufmerksam zu machen:

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Ich werde diese Sammlung immer wieder überarbeiten und verbessern.


Beachten Sie bitte auch unsere Übersicht zu den bereits im Netz verfügbaren Unterlagen zum österreichischen Militär:

Militär

Inhaltsverzeichnis[Verbergen]

HEILIGES RÖMISCHES REICH

1438 Die Habsburger (Albrecht II.) erlangen im Heiligen Römischen Reich die Kaiserwürde und behalten diese mit einer kurzen Unterbrechung 1740-1745 bis zum Ende des Reiches 1806. Damit wurden die Interessen der habsburgischen (Erb)lande eng mit denen des Reiches verknüpft.

1500 - 1806 Die Reichsarmee (ab 1500 als Kreistruppen) existiert nur während der Reichskriege (Ausnahme: Schwäbischer Kreis mit stehenden Truppen, lat. miles perpetuus). Sie und die Kaiserliche Armee (der Habsburger, Ausnahme 1742 - 1745) und ab 1648 (lat. jus armorum) die stehenden Truppen der einzelnen Reichsstände (Reichsfürsten) existieren nebeneinander.

um 1500 erste auf den Kaiser (Maximilian I.) vereidigte Soldaten auf Lebenszeit ('des Kaisers Kyrisser'); Die Kaiserliche Armee rekrutierte sich immer aus dem gesamten Heiligen Römischen Reich und darüber hinaus. Sie wurde sowohl im Reich eingesetzt, wie auch in anderen Staaten, der Kaiser verstand sich ja als Universalherrscher. Sie wurde natürlich auch gegen alle Feinde der habsburgischen Länder eingesetzt, z.B. gegen die Osmanen in Ungarn und auf dem Balkan, gegen das vordringende Frankreich usw.

um 1500 Errichtung des ältesten Kaiserlichen Arsenals in Wien, Bau von Kriegsschiffen

1511 tiroler Landsturmordnung für den Kriegsfall in Tirol im "Innsbrucker Libell" (Tiroler Landlibell), Aufbietung 1809

1514 die kaiserliche Donauflottille umfaßt 148 Schiffe mit 2.500 Hakenbüchsen

1522 Vorläufer der kroatischen Militärgrenze errichtet, noch vom letzten vorhabsburgischen König Ungarns (Ludwig/Ludvik/Lajos II., Jagiellone)

1525 - 1918: die Habsburger verfügten auch über ungarische und kroatische Truppen

1535, 5. Juni, Errichtung der (kroatischen) Militärgrenze (Uskoken)

1546 Errichtung des 2. Kaiserlichen Arsenals in Wien, Bestand bis 1561, Bau von Kriegsschiffen

1556 Gründung des Hofkriegsrates

1561 Errichtung des 3. Kaiserlichen Arsenals ('Unteres Zeughaus') in Wien, Bestand bis 1768, Bau von Kriegsschiffen

1562 Einrichtung des Bürgerlichen Zeughauses in Wien, Am Hof, bis 1883 in Betrieb

1578 Errichtung der kroatischen Militärgrenze

1611 Letztes Patent (Gesetz) über die Aushebung des 5., 10. oder 20. Mannes in Niederösterreich, Aufgebot im Kriegsfall gab es aber noch Jahrzehnte später, z.B. 1683 in Niederösterreich

ab 1618 gibt es 'Militärmatriken', Standesbücher, wo Hochzeiten und Sterbefälle von Regimentsangehörigen aufgezeichnet wurde, ebenso die Taufen ihrer Kinder, sie sind erst ab etwa 1740 einigermaßen komplett erhalten

1648 mit dem Ende des 30jährigen Krieges wurden 9 Regimenter zu Fuß, 9 zu Pferde und ein Dragonerregiment aus den Landsknecht-Armeen nicht aufgelöst, damit existiert erstmals ein stehendes Kaiserliches Heeres in Friedenszeiten; es ist die stärkste Armee Europas

um 1660 Einführung einheitlicher Uniformen (Monturen) innerhalb der Regimenter, regelmäßige Verpflegung und Besoldung, bessere Unterkünfte

1677 Bau des kaiserlichen Zeughauses ('Oberes Arsenal') in Wien (Kanonenguß)

um 1690 Einführung einheitlicher weiße bzw. perlgraue Infanterie Uniformen

1702 Errichtung der slawonischen Militärgrenze

1707 Aufstellung des 'Tiroler Landbataillons' als erste stehende Truppe Tirols; 1745 in 'Tiroler Feld- und Landregiment' umbenannt, 1769 kaiserliches Infanterieregiment Nr. 46

um 1710 das Salutieren kommt allmählich auf

1715 systematische Ergänzung der bis dahin hauptsächlich deutschsprachigen und wenigen ungarischen kaiserlichen Truppen durch italienische, spanische und niederländische Nationalregimenter, daneben blieben die Grenzregimenter wichtig

1717 Gründung der 'Förmlichen Ingenieur-Academia' als militärische Ingenieursakademie in Wien, später auch als Genie-Akademie, k.k. Technische Militärakademie und k.u.k. Technische Militärakademie benannt, 1851 bis 1869 in Klosterbruck bei Znaim, ab 1908 in Mödling, bis 1918 bestehend

1717/18 Ersetzung der Bezeichnung "Regiment zu Fuß" durch "Infanterie-Regiment", der Namen des Regimentsinhabers wird unverändert dahinter gesetzt

1719 Gründung der österreichischen Kriegsmarine zum Einsatz im Mittelmeer und besonders der Adria

1737 Erlassung der ersten für das gesamte Heer gültigen Vorschrift

ab ca. 1740 'Militärmatriken' und 'Musterlisten' sind fast komplett erhalten und im Kriegsarchiv Wien einsehbar - vereinzelt gibt es auch ältere Exemplare bis ins 17. Jahrhundert zurück.
Bei Familysearch https://www.familysearch.org/search/catalog/results?count=20&query=%2Bauthor%3A%C3%96sterreich%20%2Bauthor%3AArmee&subjectsOpen=253914-50,433053-50&subjectIndex=500 stehen viele dieser Unterlagen im Netz, gliedert nach den einzelnen Einheiten (jeweils unten zur nächsten Seite blättern).
In Friedenszeiten sind die Matrikenfälle der Militärgrenzer, der k.k.Landwehr, des k.u. Honved und der k.s.-Landwehr bei den örtlichen Pfarren zu finden.
Musterlisten gibt es bis 1768 zwei Mal pro Jahr, dann nur mehr ein Mal

1742 Errichtung der banater (ungarischen) Militärgrenze

1742 bis 1745 die habsburgischen Truppen werden statt "kaiserlich" nun als "königlich" (ungarisch) bezeichnet, weil vorübergehend ein Bayer, Karl VII. die Kaiserwürde erlangt hatte

1745 die Bezeichnung "kaiserlich-königlich" (k.k.) wird für die habsburgischen Regimenter eingeführt

1745 Gründung des 'Nationalregiments' in Tirol

1746 Gründung der 'Theresianischen Ritterakademie' (Theresianum) in Wien

1751, 14. Dez. Gründung der Theresianischen Militärakademie unter dem Namen # in der Burg von Wiener Neustadt; Eintrittsalter 10-12 Jahre, Ausbildungszeit 11 Jahre; 1752 eröffnet

1757 Stiftung des Militär-Maria-Theresien-Ordens als höchste Tapferkeitsauszeichnung für Offiziere

bis 1764 Errichtung der siebenbürgischen Militärgrenze, damit deren größte Ausdehnung über rund 1750 km; auch Funktion als Seuchenkordon und Schmugglerbarriere; Dienstpflicht aller Männer ab 20 Jahren; örtliche Selbstverwaltung, weitgehende Steuerfreiheit

1759 - 1765 Sechs Dragoner-Regimenter werden sukzessive zu Chevaulegers (leichte Kavallerie) umgewandelt, auch "deutsche Husaren" genannt

1766 Zuweisung fixer Garnisonen und Rekrutierungsbezirke an die einzelnen Regimenter

1769 Vereinigung der 'Militärakademie in Wiener Neustadt mit der 'Pflanzschule" für Kadetten' in Wien, neuer Name 'Militärakademie'

1769 Fortlaufende Nummerierung (1-59) der bisher nur nach den Inhabern benannten Infanterieregimenter; der Name des Regimentsinhabers wird hinter der Nummer angeführt; weiters gibt es 16 Grenzinfanterieregimenter (Militärgrenze)

1769 Fortlaufende Numerierung (1-43) der bisher nur nach den Inhabern benannten Kavallerie-Regimenter ohne Rücksicht auf die Waffengattung (Cürassiere, Dragoner, Chevauxlegers, Husaren, Grenzhusaren) ; der Name des Regimentsinhabers wird hinter der Nummer angeführt;

1772 Aufstellung des 'Uhlanen-Pulk' in Galizien

1771 Einführung des Konskriptionssystems (lebenslange Dienstpflicht), Ausnahmen: Tirol und Ungarn, dort weiterhin ausschließlich Freiwillige

1771 Gründung des Fuhrwesens-Corps, 1774 aufgelöst und 1776 wieder eingerichtet

1775 Gründung des 'Officierstöchter-Erziehungs-Instituts' in St. Pölten, 1786 Übersiedlung nach Hernals bei Wien, ab 1859 'k.k. Officierstöchter-Erziehungs-Institut', ab 1889 k.u.k. Officierstöchter-Erziehungs-Institut

1776 Gründung des ' Militärischen Polizei-Wach-Corps' in größeren Städten (Wien, Lemberg, Krakau, Przemysl usw.), ab 1840 'Militär-Polizei-Commanden'

1778 Gründung höherer Artillerieschulen

1782 Gründung von Erziehungshäusern für Soldatenkinder

1786 Gründung des 'Bombardiercorps"

1786 Gründung des militärischen Kadettenhauses

1786 Einführung der rotweißroten Fahne als österreichische Seeflagge

1787 Gründung des Invalidenhaus Wien in Wien-Landstraße, 1909 Verlagerung ins 'Kriegsinvalidenhaus' nach Wien-Hietzing

1788, 18. Februar, Juden in Galizien werden zum Militär zugelassen und eingezogen, vorerst nur zum Fuhrwesen (als Zuarbeiter auch schon früher) und als Stuckknechte zur Artillerie; am 4. Juni Ausdehnung auf alle Kronländer

1789, 9. April, Juden in Galizien werden nun auf Wunsch der Betroffenen auch zur Infanterie, also zum 'Dienst unter dem Feuergewehr' zugelassen, Ausdehnung auf alle Kronländer

1789 Einführung einer eigenen Eidesformel für jüdische Soldaten

1790 Möglichkeit für Juden sich vom Militärdienst loszukaufen, anfangs 'Reluierungsgebühr' von 30 Gulden, später bis auf 150 Gulden angehoben, um damit über die Reichswerbung zwei Freiwillige zu werben, 99% der galizischen Juden werden von ihren Gemeinden freigekauft; 1793 Erschwerung des Loskaufes, 1806 Abschaffung

1790 Aussetzung des Konskriptionssystems in Ungarn bis 1799

um 1790 Bartmode: Offiziere sind glatt rasiert, christliche Unteroffiziere und Mannschaften tragen Vollbärte, jüdische Soldaten Vollbärte; Offiziere gehen um 1800 zu Schnurbärten über

1791 Aufstellung der ersten österreichischen Ulanen-Regiments

1793 Erschwerung der 'Reluierung' (Loskauf) für jüdischer Rekruten, diese müssen die Gebühr nun selbst aufbringen

1794 Gründung der Militär-Medikamenten-Direktion ('Militär-Medikamentenregie') in Wien

1797 Mit der Erwerbung (Eintausch) Venedigs übernehmen die Habsburger auch deren große Seeflotte, nun 'Österreichisch-Venezianische Marine' (k.k. Veneta Marine) genannt

1798 Umbenennung der sechs 'Chevaulegers'-Regimenter in 'leichte Dragoner'-Regimenter

1799 Eheverbot für jüdische Soldaten (mit wenigen Ausnahmen); wurden schon verheiratete jüdische Rekruten eingezogen, wurden deren Ehefrauen 'in ihre Heimat zur Selbsternährung' verwiesen

1799/1800 Wiederaufleben der Konskription in Ungarn

1801 Umbenennung der 'leichten Dragoner' in 'Chevaulegers-Regimenter'

1802 Ersetzung der bis dahin lebenslänglichen Dienstpflicht durch, je nach Waffengattung, 10 bis 14 Jahre; Ausnahmen: Tirol, Lombardo-Venetien und Ungarn

1802 Errichtung der k.k. Marine-Kadettenschule ('Cesarea regia scuola dei cadetti di marina') in Venedig

1804 Gründung des 'Kaiserthums Österreich' mit unklaren Grenzen, parallel zum 'Heiligen Römischen Reich'

1805 Abschaffung des Zopfes

1806 Auflösung des 'Heiligen Römische Reiches' und damit der Reichsarmee (Kreistruppen); Ende der 'Reichswerbung' (in allen Reichsterritorien außerhalb der Kurfürstentümer) für die Kaiserliche Armee, diese bezieht sich nun auf den 'Kaiser von Österreich'

 

KAISERTHUM ÖSTERREICH

1806 'Theresianischen Militärakademie', Ausbildungszeit auf 8 Jahre verkürzt

1806 Abschaffung der 'Reluierung' (Loskauf) jüdischer Rekruten; nach dem Friedensschluß von 1815 gelegentlich wieder erfolgreicher Loskauf durch die jüdischen Gemeinden

1808 Aufstellung der 'Feldjäger' als leichte Infanterie - Feldjägerbataillone
Uniformfarbe: Hechtgrau (graublau), Mannschaftsrock mit Achselspangen, Achselwülsten, Kragen und Ärmelaufschläge von grasgrüner Farbe; ab 1809: statt Raupenhelm schwarzer Filzhut mit Federbusch

1808, 9. Juni, Aufstellung der 'Landwehr'

1808 Gründung der 'Reserveanstalt'

1808 die Infanterie erhält an Stelle von Helmen Tschakos

1808 Gründung des 'Ludoviceums', später 'königlich-ungarische-Ludovika Akademie', in Pest, erst 1872 eröffnet

1809 Einteilung der Armee in 'Armeekorps'

1809 Aufstellung von Freiwilligenbataillonen für den Kampf gegen Napoleon

1809 Mit dem Verlust aller Küstenländer an Frankreich verliert Österreich auch seine Kriegsflotte

um 1809 erstmals jüdische Offiziere

1812, 10. Juni Heiratserlaubnis und Heiratskaution für Offiziere einheitlich geregelt 'Vorschrift über die Heiraten in der k.k. Armee'

1814 Wiederaufstellung eines Tiroler Jägerkorps, zunächst ein Bataillon, später drei; Inhaber anfangs war Feldmarschalleutnant Franz Philipp Fenner von Fenneberg (1762–1824), deshalb 'Fennerjäger'

1814 Mit der Wiedergewinnung der Küstengebiete der oberen Adria beginnt auch wieder der Aufbau einer Kriegsflotte

1815 Ausdehnung des Konskriptionssystems auch auf Tirol und Vorarlberg

1815, Frühjahr, Kaiser Franz I. ordnet die Aufstellung eines Kaiser-Jäger-Regiments zu vier Bataillonen und 16 Kompanien an; Aufstellung ab 16. Januar 1816; es bleibt bis 1895 das einzige Jägerregiment der kaiserlichen Armee, sonst selbstständige Feldjägerbataillone; Eingliederung der 1.400 'Fennerjäger' und von 600 Tiroler Soldaten, die nach dem Ende der Napoleonischen Kriege wieder in die Heimat zurückkehrten; Gesamtstärke: 5.000 Mann, Ergänzung durch Konskription; Dienstzeit anfangs 12 Jahre, dann 8 bzw. 6; ab 1867 Zugehörigkeit zur gemeinsamen Armee

1815 Aufhebung des Eheverbotes für jüdische Soldaten, damit Gleichstellung mit den christlichen Soldaten

1820 Ende der 'Musterlisten' und Einführung der (Haupt-)'Grundbuchblätter' (Personalbögen)

1821 Abschaffung der 'Reserve' und Einführung der Landwehrpflicht ab dem 30. Lebensjahr

1828 Möglichkeit für Rekruten alle Konfessionen Ersatzmänner zu stellen (Loskauf)

1830 Abschaffung der lebenslangen Dienstzeit bei den ungarischen Regimentern

1831 Eingliederung der Landwehr in die Linieninfanterieregimenter

1834 Anstellung der ersten protestantischen 'Militär-Capläne'

1845 Dienstzeit auf einheitlich 8 Jahre gesenkt

1848 Befreiung des Adels vom Militärdienst aufgehoben

1848 Stellenkauf von Offizierschargen abgeschafft

1848 Möglichkeit sich vom Militär loszukaufen, um diese 500 bis 700 Gulden sollten Ersatzmänner geworben worden

1848 der Hofkriegsrat wird durch das Kriegsministerium ersetzt – bis 1851

1848 Verlegung der k.k. Marine-Kadettenschule nach Triest, ab 1852 k.k. Marine-Akademie

ab 1849 Vorschrift schwarze Oberlippenbärte zu tragen, kurze Vollbärte werden toleriert

1849 die Militärgrenze wird zum eigenständigen Kronland das direkt dem Kriegsministerium untersteht, es umfaßt einen rund 1750 km langen Grenzsaum rund 200.000 km2, 1.010.000 Einwohnern, 12 Städte, 9 Märkte und 1760 Dörfer); die Grenzregimente werden in 5 Linienregimenter umgewandelt

1849, 8. Juni Gründung der k.k. Gendarmerie als militärischer Wachkörper, als Teil der k.k. Armee, im gesamten Kaiserthum Österreich - nach dem Vorbild des Gendarmerieregiments in der Lombardei

1849 der 'Waffenrock' wird anstelle des 'Fracks' eingeführt

1850, 18. Jänner, Verordnung des Ministeriums des Innern über die „Organisierung der Gendarmerie“, Aufstellung von sechzehn Gendarmerie-Regimentern, eines pro Kronland, in Ungarn 3, mit jeweils ca. 1000 Mann, dunkelgrüne Uniformröcke

1850 Ausschluß der Juden von der Auditoriatspraxis, den Militärakademien und -schulen "mit Rücksicht auf religiöse Gebräuche"

1850, 25. März Gründung des 'Frauen-Vereins zur Erziehung verwaister mittelloser Officiers-Töchter' in Ödenburg, 1852 Gründung des 'k.k. Officierstöchter-Erziehungs-Instituts', ab 1876 'Stiftung des Frauenvereines zur Erziehung und Bildung verwaister k.k. Officierstöchter des gemeinsamen Heeres', ab 1889 'k.u.k. Officierstöchter-Erziehungs-Institut'

1850 Gründung des Militär-Reitlehrer-Institut (auch k.(u.)k. Equitationsinstitut) in Wien

1850 bzw. 1853 Änderung der Kommandosprache bei der k.k. Marine von Italienisch auf Deutsch

1851 Stellvertretung (Loskauf) abgeschafft

1851 Gründung der eigenständigen Militärgerichtsbarkeit

1851 Einrichtung eines Armeeoberkommandos statt des Kriegsministeriums

1851 Auflösung der siebenbürgische Militärgrenze, Eingliederung in das Kronland Siebenbürgen

1851 Umwandlung der sechs 'Chevauleger'-Regimenter in fünf Ulanen - und ein Dragoner-Regiment

1852 Auflösung der Landwehr

1852 'Theresianischen Militärakademie', Ausbildungszeit auf 4 Jahre verkürzt

1852 Gründung der k.k. Kriegsschule in Wien zur Ausbildung und Weiterbildung von Generalstabsoffizieren in Sinne einer Kriegsakademie, später in k.u.k. Kriegsschule umbenannt

1854 Militärstrafgesetz erlassen und damit das Spießrutenlaufen komplett - und die Körperstrafen weitgehend abgeschafft

1855 Einführung von Pensionen für nichtinvalide Offiziere nach 50 Dienstjahren

1856 Eröffnung des k.k. Arsenals in Wien

1857 Verlegung der k.k. Marine-Akademie nach Fiume, ab 1889 k.u.k. Marine-Akademie

1858 Dienstzeit auf einheitlich 7 Jahre gesenkt

1860 Aufteilung der Monarchie in 80 Ergänzungsbezirke, entsprechend den 80 Infanterieregimentern, die k.k.-Armee ist eine Berufsarmee ergänzt um Freiwillige und Ausgehobene, Stellungspflicht aller männlichen Bürger vom 20. – 27. Lebensjahr mit Losentscheid

1860 Eingliederung des Flottillenkorps (Lagunen-, Gardasee- und Donauflottille) in die Kriegsmarine, davor dem Landheer unterstellt

1860 Einführung eines Pensionsalters für Offiziere (60 Jahre)

1861 Gründung des Kriegsministeriums statt des Armeeoberkommandos, u.a. auch als Verbindung zwischen Kaiser, Regierung, Armee und schließlich auch Parlament

1861, 30. August 'Vorschrift über die Heirathen in der k. k. Land-Armee mit Inbegriff der Verwaltung-Branchen in der Militär-Grenze'; jährliches Nebeneinkommen aus sicheren Wertpapieren von 400 fl., für unter 30jährige 800 fl. vorgeschrieben, Unterschiede je nach Truppe und Branche, Offiziere im Rang über dem Oberst ausgenommen (= frei)

1862 Gründung eines eigenen Marineministerium in Wien (bis 1865)

1865 Eingliederung des Marineministerium als Marinesektion in das Kriegsministerium

1865 der 'Generalquartiermeisterstab' wird mit dem 'Adjutantenkorps' (Generaladjutentur – direkt dem Kaiser unterstellt) zum 'Generalstab' vereinigt

1866 Ernennung der ersten Feldrabbiner wird wegen der kurzen Kriegsdauer nicht mehr wirksam

1866 Abschaffung der leichten Infanterie (Feldjäger) und der Plänkler durch direkte Eingliederung in die Infanterie, der Name bleibt aber erhalten

1867 Schaffung eines gemeinsamen Reichskriegsministerium in Wien, in Wien, das die gemeinsame Armee und Marine verwaltete, 1911 auf ungarischen Druck hin in k.u.k. Kriegsministerium umbenannt

1867, 15. März, Errichtung der 'gemeinsamen Armee' – ab 1889 k.u.k.-Armee genannt und der k.k.-Marine - ab 1889 k.u.k.-Marine genannt

1867, 1. Oktober Umwandlung der letzten 12 Kürassier-Regimenter in Dragoner-Regimenter

 

ÖSTERREICH - UNGARN

1867, 21. Dezember, mit dem 'Ausgleich mit Ungarn, beginnt die 'k.u.k.-Zeit, in 'Österreich-Ungarn'

1867, 21. Dezember, das 'Staatsgrundgesetz über die allgemeinen Rechte der Staatsbürger für die im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder' bringt in Österreich u.a. auch die völlige Gleichstellung der Konfessionen

1867 Soldaten müssen im Dienst mit "Sie" angesprochen werden, in der Praxis oft nicht umgesetzt

1867, 8. Mai, Übertragung des Sicherheitsdienstes in Ungarn per Zirkularverordnung an die ungarischen Landesbehörden, nur in Kroatien-Slavonien und Siebenbürgen bleibt die k.k. Gendarmerie bestehen und bis 1876 dem k.u.k. Reichskriegsministerium unterstellt (dann der k.u. Landwehr).

1868, 5. Dezember, neues Wehrgesetz: allgemeine Wehrpflicht für die gesamte männliche taugliche Bevölkerung (mit Ausnahmen) der Monarchie (zwischen 20. und 42. Lebensjahr), Dauer: meist 12 Jahre; Dienst entweder im gemeinsamen Heer, der Kriegsmarine, der Landwehr oder der Ersatzreserve und im Kriegsfall ab 1886 im Landsturm; in der 'gemeinsamen Armee' gliederte sich der Dienst in 3 Jahre Präsenzdienst in der Linie (Aktivstand), 7 Jahre in der Reserve und 2 Jahre Reserve bei der Landwehr; Jährliche Einberufung von 56.000 Rekruten aus der österreichischen – und 39.400 Rekruten aus der ungarischen Reichshälfte zum gemeinsamen Heer, ab 1889 offiziell k.u.k. Armee genannt, sowie weitere je 10.000 in die beiden Landwehren, Kriegsstärke: 800.000 Mann; waren mehr Rekruten vorhanden, dann Losentscheidung zwischen Dienst in der Armee, der Landwehr, der Ersatzreserve - oder gar nicht (z.B. Untaugliche). In der 'bewaffneten Macht' machten die Infanteristen etwa 60% aus, die Artilleristen ca. 15%, die Kavalleristen ca. 10%, die technischen Truppen ca. 5%, die Sanität ca. 5%, die Marine ca. 3% usw. Ein Teil der wehrfähigen Mannschaften wurde der Ersatzreserve (Kandidaten des geistlichen Stands, Besitzer ererbter Bauernwirtschaften, Familienerhalter und „Überzählige“) zugewiesen. Diese übten einmalig nur 8 Wochen und verblieben zwölf Jahre in der Reserve.

1868 Schaffung des Einjährig-freiwillig Dienstes für Maturanten sowohl im gemeinsamen Heer (resp. der Kriegsmarine) als auch in der Landwehr. Möglichkeit für Maturanten, Lehrer, Wissenschafler und Künstler nach einem Jahr Wehrdienst und Absolvierung eines entsprechenden Kurses Reserveoffizier zu werden, alljährliche Waffenübungen von 6-8 Wochen

1868 dunkelblaue Uniformen statt der traditionellen weißen bei der Infanterie eingeführt

1868 Einführung der 'Feldbluse' für den Einsatz

1868 die körperliche Züchtigung (Prügelstrafe) und die Kettenstrafe werden in Friedenszeiten verboten

1869 Einrichtung von k.k. Landwehr und k.u. Landwehr (ung. „m. k.“ - magyar király = königlich ungarisch, bzw. Király Honvédség, von „hon“ (Heimat) und „véd“ (schützt), also Heimatschützer, kurz Honvéd), Die 'k.u. Landwehr' bestand ihrerseits aus der ungarischen Landwehr und der kroatisch-slawonische Landwehr (k.s. Landwehr, Domobranzen); "Die Landwehr ist im Kriege zur Unterstützung des Heeres und zur inneren Vertheidigung, im Frieden ausnahmsweise auch zur Aufrechterhaltung der Ordnung und Sicherheit im Inneren bestimmt."; Leitung durch Ministerien für Landesverteidigung für die österreichische Reichshälfte und die ungarische Reichshälfte in Wien und Pest (ab 1871 Ofenpest, ung. Budapest), die kroatisch-slawonischen Landwehr unterstand direkt dem Ban in Agram; damit besteht die 'bewaffnete Macht' aus verschiedenen Heeresgliederungen: k.k. Armee, k.k. Marine, k.k. Landwehr, k.u. Landwehr, k.s. Landwehr, inkl. Gendarmerie und Ersatzreserve.

1869 Eröffnung des 'k.k. Hofwaffenmuseums' in Wien; Baubeginn: 15. April 1850, Schlußsteinlegung: 8. Mai 1856 - ältester Museums-Zweckbau Österreichs; 22. Februar 1885 Umstrukturierung und Umbenennung in 'k.k. Heeresmuseum', am 25. Mai 1891 schließlich dessen Eröffnung als 'k.u.k. Heeresmuseum'; September 1921 Neueröffnung als 'Österreichisches Heeresmuseum'; 1938-1945 'Heeresmuseum Wien' als Dependance des 'Heeresmuseums Berlin'; ab 1946 Wiederaufbau und Umbenennung in 'Heeresgeschichtliches Museum', 24. Juni 1955 Eröffnung

1870 Formierung von Feldgendarmerie-Abteilungen aus den Reihen der k.k. Gendarmerie, die nur im Kriegsfall mobilisiert werden sollten

1870 Umbenennung der Conduite-Liste der Offiziere in Qualifikationsliste (= Personalakt mit persönlichen Daten, Fertigkeiten, Verhältnissen, Sprachkenntnissen, Auszeichnungen und Beförderungen)

1871 Aufstellung von zehn Bataillonen 'Landesschützen' in Tirol und Vorarlberg im Rahmen der k.k.-Landwehr zum Dienst in Tirol und Vorarlberg; davor rein bürgerlicher (nichtmilitärische) Formationen; 1893 Umgliederung in drei Regimenter, 1903-1909 zwei Regimenter, ab 1909 wieder drei; ab 1906 Teil der 'k.k. Gebirgstruppe'

1873 Auflösung der banater (ungarischen) Militärgrenze, Eingliederung in das Kronland Ungarn

1874 'Theresianischen Militärakademie', Ausbildungszeit auf 3 Jahre verkürzt

1874 Ernennung des ersten Feldrabbiners der k.k. Landwehr-Reserve, Rabbiner Dr. Alexander Kisch (1848-1917)

1876, 26. Februar, Gendarmeriegesetz, die k.k. Gendarmerie wird aus dem Verband der gemeinsamen Armee herausgelöst und der k.k Landwehr (k.k. Ministerium für Landesverteidigung) unterstellt, die Gendarmen bleiben damit bis 1918 Soldaten, nur die Gendarmerie-Offiziere werden Staatsbeamte

1877 Gründung des 'Militärwaisenhauses' in Fischau, ab 1891 'k.u.k. Erziehungsanstalt für verwaiste Offizierssöhne', 1898 Verlegung nach Hirtenberg, ab 1911 'k.u.k. Offizierswaiseninstitut'; mit dem 14. Geburtstag Versetzung in den 1. Jahrgang einer Infanteriekadettenschule

1878 Auflösung der kroatischen Militärgrenze, Eingliederung in das Kronland Kroatien

1879 Gründung der k.u.k. Gendarmeriekorps für Bosnien und die Herzegowina

1879 Gründung des Militärknabenpensionats in Sarajewo; mit dem 14. Geburtstag Versetzung in den 1. Jahrgang einer Infanteriekadettenschule

1880, 13. Juni, Nichtassentierte müssen pro Dienstpflichtjahr 2–200 Kronen Militärtaxe (Wehrsteuer) entrichten

1881 Auflösung der slawonischen Militärgrenze, Eingliederung in das Kronland Kroatien, damit erlischt das Kronland Militärgrenze

1881 Gründung der königlich-ungarischen (k.u.) Gendarmerie

1882 Die Dienstzeit bei der k.k. Kriegsmarine wird auf vier Jahre im aktiven Dienst und fünf Jahre in der Reserve geändert; 1888 wurde die Dienstzeit um drei Jahre 'Seewehr' verlängert.

1882 Beginn der Aufstellung bosnisch-herzegowinischer Einheiten

1882 Aufstellung der Strafunie (Streifpatrouille) als Grenzschutzeinheit der k.u.k.-Armee in Bosnien und der Herzegowina mit eisen- oder hechtgrauer (karstgrauer) Uniform

1882 Ernennung der ersten Militärimame/Feldimame und Errichtung einer Militärmoschee

1883 neue Territorialeinteilung der Armee, Garnisonierung entsprechend des vermuteten Einsatzortes im Kriegsfall

1883 Eisenbahn- und Telegraphenregiment aufgestellt

1884 die Ulanenpike (Lanze) wird abgeschafft

1886, 6. Juni Errichtung des Landsturms: Pensionierte Offiziere und Militärbeamte (19. bis 60. Lebensjahr) sowie Mannschaften (1. Aufgebot vom 19. bis zum 37. Lebensjahr und für das 2. Aufgebot vom 38. bis zum 42. Lebensjahr), sofern sie nicht dem Heer, der Kriegsmarine, der Landwehr oder der Ersatzreserve angehörten, werden landsturmpflichtig; Geltung in der österreichischen Reichshälfte, ohne Tirol und Vorarlberg; Ähnliche Gesetze in Tirol und Vorarlberg (1887 'Standschützen') und in Ungarn; Aufbietung nur wenn feindliche Truppen im Land stehen - Anwendung im 1. Weltkrieg

1887 'Vorschrift über die Heiraten im k.k. Heere', erstmals auch staatliche Pension für Offizierswitwen, Heiratskaution: Major, Oberstleutnant und Oberst: 800 fl., Hauptmann bis Leutnant: 1000 fl. pro Jahr

1888 Mannlicher-Repetiergewehr eingeführt

1888 Friedensstärke: 28.500 Offiziere und Militärbeamte, 368.000 Mann und 69.000 Pferde; Kriegsstärke: 900.000 Mann gemeinsames Heer, 320.000 Mann in den beiden Landwehren, 500.000 Mann Ersatzreserve und 2 Millionen Mann Landsturm, zusammen 3,7 Millionen Mann – 8% der Gesamtbevölkerung

1888 der erste jüdische Arzt wird zum Generalstabsarzt ernannt und erreicht damit Generalmajorsrang (Dr. Michael Waldstein, 1823 - 1904)

1889, 11. April, neues Wehrgesetz, u.a. werden nun jährlich 103.000 Rekruten zum gemeinsamen Heer und zur Kriegsmarine eingezogen, davon 60.389 aus Österreich, weitere 22.500 Rekruten werden den beiden Landwehren zugewiesen, Wehrpflicht vom 21. bis 32 Lebensjahr, davon zwei bzw. drei aktive Jahre bei der Truppe; Einführung der amtlichen Bezeichnung k.u.k.-Armee, statt k.k.-Armee, in der Praxis vor 1914 immer '(gemeinsames) Heer' genannt, sowie der amtlichen Bezeichnung k.u.k.-Marine, statt k.k.-Marine

1895, 1. Mai, das 'k.u.k.-Kaiserjägerregiment' ein Teil der 'k.u.k. Infanterie', wird in vier Jäger-Regimenter zu je vier Bataillonen aufgegliedert; Bezeichnung: Kaiserliches und königliches 1., 2., 3., und 4. Tiroler-Jäger-Regiment „Kaiserjäger“.

1898 Gründung der k.k. Franz-Joseph-Militärakademie für die k.k. Landwehr in Wien

um 1900 das Exerzieren und Unterrichten an Sonntagen wird verboten

1904 der erste jüdische Offizier erreicht den Generalsrang (Eduard Ritter von Schweitzer, 1844-1920) wird zum Generalmajor ernannt

1904, 18. September, Gründung  des "Vereins zur Förderung der österreichischen Schiffahrt" im Rittersaal des niederösterreichischen Landhauses in der Herrengasse in Wien, 1907 umbenannt in "Österreichischer Flottenverein", gibt ab 1905 die Zeitschrift "Die Flagge" heraus und soll den Ausbau der Österreichisch-Ungarischen Kriegsmarine fördern. 1908 übernahm der Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este das Protektorat und der Verein wächst schnell zur Massenbewegung mit 1914 etwa 200 Ortsgruppen (mit jeweils mindestens 20 Mitgliedern) im In- und Ausland an. Zahlreiche Werbemaßnahmen, wie die Eröffnung des "Flottenkino" am 11. November 1913 auf der Wiener Mariahilferstraße 85-87 machen den Verein zu einem der größten der alten Monarchie: Vor Kriegsausbruch zählt der Verein am 14. Juli 1914 44.617 Mitglieder, gegen Kriegsende dann 80.000. Diese Massenbewegung beeinflußte sogar die Mode, der "Matrosen-Anzug" in marineblau oder weiß als Festtagskleidung für Buben entsteht. 1919, nach Kriegende, endet der "Österreichischer Flottenverein" und zerfällt in mehrere kleine Nachfolgevereine. Der "Matrosen-Anzug" für Buben hält sich bis in die späten 60er Jahre des 20. Jahrhunderts. Seit 1924 ist er auch offizielle Uniform der "Wiener Sängerknaben".

1906 Gründung der 'k.k. Gebirgstruppe', als Teil der 'k.k. Landwehr' mit Regimentern aus Tirol und Vorarlberg, Kärnten und der Krain

1907 das erste U-Boot für die k.u.k.-Kriegsmarine wird gebaut

1907 Heiratskaution, Novelle, nur verpflichtendes Kautionskapital: Leutnant 60.000 K., Oberleutnant 50.000 K., Hauptmann 40.000 K. und Major 30.000 K.

1908 neues Wehrgesetz, die Zahl der Rekruten steigt auf jährlich 220.000

1908 nationale/sprachliche Zusammensetzung: 25% Deutschösterreicher (aller Konfessionen), 23% Ungarn, 13% Tschechen, 9% Kroaten und Serben, je 8% Polen und Ruthenen, 7% Rumänen, 5% Slowaken, 2% Slowenen und 1% Italiener

1908 der erste jüdische Offizier erreicht den Rang eines Feldmarschalls (Eduard Ritter von Schweitzer, 1844-1920) wird zum Feldmarschalleutnant ernannt

1907 hechtgraue Uniformen (graublau) als Ausmarschadjustrierung statt der dunkelblauen bei der k.k. Landwehr eingeführt

1908 hechtgraue Uniformen (graublau) als Ausmarschadjustrierung statt der dunkelblauen bei der k.u.k.-Infanterie und der k.u. Landwehr eingeführt

1911 Weitgehendes Duell-Verbot für Offiziere, Ausnahmen für triftigste Fälle wie Ehebruch

1911 Umbenennung des (gemeinsamen) 'k.u.k. Reichskriegsministeriums' in Wien in "k.u.k. Kriegsministerium", sowie des 'Reichkriegsministers' in 'k.u.k. Kriegsminister'

1912, 1. Oktober, Gründung der k.u.k. Sappeure als eigene Waffengattung durch Herauslösung aus den k.u.k. Pionieren

1912 Änderung der Dienstzeit bei der k.u.k. Armee auf zwei Jahre aktiven Dienst und zehn Jahre Reserve, die Kavallerie und die reitenden Artillerie sind davon nicht betroffen

1912 Verlängerung der Dienstpflicht der Ersatzreserve auf 10 Wochen sowie drei Waffenübungen zu je 4 Wochen.

1914 Friedensstand der bewaffneten Macht von 415.000 Mann

1914 - 1918 1. Weltkrieg:
Fast 8 Millionen Soldaten wurden einberufen oder meldeten sich freiwillig.
Davon sind 1.016.200 Mann gestorben, davon 518.000 auf den Schlachtfeldern gefallen, der Rest umgekommen (z.B. ca. 30.000 Mann bei Lawinenunglücken oder sonstigen widrigen Witterungsverhältnissen des Hochgebirges), durch Krankheiten oder dauernd vermißt.
Die Zahlen der Gefangenen, der in Gefangenschaft Verstorbenen und Verwundeten variieren stark.
Ca. 480.000 bis 600.000 Mann starben in Gefangenschaft (400.000 bis 470.000 in russischer, 50.000 bis 98.000 in serbischer und über 30.000 in italienischer) durch Unterernährung, Seuchen und Gewalt.
1.943.000 Mann wurden verwundet, viele mehrfach, viele davon blieben in der Folge arbeitsunfähig.
1.691.000 bis 2.500.000 gerieten in Gefangenschaft (davon ca. 1.200.000 bis 2.000.000 in russische, 110.000 in serbische, 160.000 in italienische). Zu Kriegsende gerieten weitere ca. 380.000 in ital. Gefangenshaft, von denen 30.000 nicht überlebten.
Insgesamt kehrten nur ca. 1.200.000 bis 1.900.000 Mann, oft nach mehreren Jahren, wieder aus der Gefangenschaft zurück.
Durch Desertationen und Werbungen in den Kriegsgefangenenlagern entstanden die 60.000 bis 70.000 Mann starke "Tschechische Legion", sowie serbische und italienische Verbände auf der Seite der Allierten. Im russischen Bürgerkrieg kämpften ca. 100.000 Ungarn auf Seiten der Roten Armee.
Gesamtverluste: 5.060.000 Mann.
Verluste: Offizierskorps: 13,5%, Mannschaften und Unteroffizieren: 9,8%
Weiters verloren durch den Krieg auch 467.000 Zivilisten aus Österreich-Ungarn ihr Leben.
Etwa 30.000 ehemalige Soldaten sind nach 1918 als Zivilpersonen an den im Krieg erlittenen Verwundungen oder Strapazen gestorben.

ab Kriegsbeginn (Sommer 1914) Verwendung der Bezeichnung 'k.u.k.-Armee' statt '(gemeinsames) Heer'

1915/6 feldgraue Uniformen (wie im deutschen Reich) ersetzen die hechtgrauen, das galt nun auch für die Kavallerie

1917, 16. Jänner, Umbenennung der drei k.k. Landesschützen-Regimenter in k.k. Kaiserschützen-Regimenter

1917, 11. April, Umbenennung der Infanterieverbände der Landwehr in 'Schützen', der Begriff „Landwehr“ wurde durch „Schützen“ ersetzt

1917 Einführung des Stahlhelms

1918, 31. Oktober, Austritt der ungarischen Truppenteile aus der k.u.k.-Armee, damit deren Ende

1918, November Auflösung der bewaffneten Macht der Doppelmonarchie

1918, 5. Nov. Aufstellung der deutschösterreichischen Volkswehr zum Schutz des neuen Staates Deutschösterreich, geleitet vom 'Staatsamt für Heereswesen'

1918 Gendarmen unterhalb der Offiziersebene werden Staatsbeamten gleichgesetzt und der Zivilgerichtsbarkeit unterstellt

 

1. REPUBLIK

1919 Abschaffung der Wehrpflicht

1919, 6. Februar, provisorisches Wehrgesetz sieht die Wehrpflicht aller männlichen Staatsbürger vom 19. bis zum 42. Lebensjahr vor, bei Einberufung von höchstens 24.000 Mann

1920, 18. März Wehrgesetz auf Druck der Siegermächte, Auflösung der Volkswehr und Gründung des Bundesheeres als Berufsheer mit maximal 30.000 Mann, davon maximal 1.500 Offiziere und 2.000 Unteroffiziere; Dienstzeit der Mannschaften: je sechs Jahre im Präsenz- und Reservestand; feldgraue Uniformen (ähnlicher der deutschen Reichswehr ) und deutscher Stahlhelm Modell 1916; Leitung durch 'Bundesministerium für Heereswesen'

1920-1933 Offiziersausbildung an der Heeresschule in Enns

1925 die österreichische Gendarmerie erhält eine eisen- oder hechtgraue (karstgraue) Uniform aus den Restbestände aus den Depots der Strafuni, die Farbe wurde bis zur Auflösung 2005 beibehalten

1928 geheimer Aufbau einer Luftwaffe

1934 zusätzliche Friedensuniformen im traditionellen Hechtgrau (graublau) und Rangabzeichen nach dem Vorbild der k.u.k.-Armee wiedereingeführt

1934 offizieller Beginn des Aufbaues einer Luftwaffe

1934 Wiedererrichtung der 'Theresianischen Militärakademie' in der Burg von Wiener Neustadt

1935 Wiedereinführung der 'Einjährig-Freiwilligen'

1935 Wiedereinführung der altösterreichischen Feldzeichen aus der Zeit vor 1918

1936 Umbenennung des 'Bundesministerium für Heereswesen' in 'Bundesministerium für Landesverteidigung'

1936 allgemeine 12 monatige Wehrpflicht für Männer im Alter zwischen 18 und 42 Jahren

1936, Oktober, Aufstellung der 'Frontmiliz'

1938 Verlängerung der allgemeinen Wehrpflicht auf 18 Monate

1938, 12. März, Besetzung Österreichs durch reichsdeutsche Truppen

 

ANNEXION DURCH DAS DEUTSCHE REICH

1938, 13. März, 'Anschluß' Österreichs an das Deutsche Reich durch 'Gesetz über die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich'; dadurch Ende der Selbstständigkeit; das Bundesheer wird zu einem Bestandteil der deutschen Wehrmacht; in der Folge Entlassung eines großen Teils der hohen Offiziere sowie Übernahme des Großteils des Bundesheeres (fast 66.000 Mann) in die deutsche Wehrmacht, 2-jähriger Wehrdienst

1938 - 1945 der Staat Österreich existiert nicht

1939 - 1945 etwa 1,25 Millionen Österreichern zur deutschen Wehrmacht, Marine, Luftwaffe, Waffen-SS, Volkssturm, Reichsarbeitsdienst, "Organisation Todt" usw. einberufen oder als Freiwillige; darunter auch Frauen als Wehrmachtshelferinnen; davon 247.000 Tote oder für tot Erklärte (dauerhaft Vermißte); etwa 15.000 Österreicher kämpfen freiwillig in den alliierten Streitkräften

 

2. REPUBLIK - BESATZUNGSZEIT

1945, 27. April Unabhängigkeitserklärung durch die provisorische österreichische Regierung in Wien

1945, 20. Dez. Gründung des 'Amtes für Landesverteidigung' als Sektion des Bundeskanzleramtes

1949 geheime Gründung der 'B-Gendarmerie' (Gendarmerieschulen, Alarmabteilungen) in den drei westlichen Besatzungszonen

1952, 1. August offizieller Beginn der 'B-Gendarmerie' in den drei westlichen Besatzungszonen

1955, 27. Juli 'B-Gendarmerie' wird in 'Provisorische Grenzschutzabteilung' umbenannt

1955, 9. Sept. Gründung des österreichischen Bundesheeres (Wehrgesetz) mit 9 Monate Präsenzwehrdienst (Wehrpflicht) ; jeder taugliche männliche österreichische Staatsbürger im Alter von 17 bis 50 Jahren (Offiziere, Unteroffiziere und Chargen) und Spezialisten (Ärzte, Ingenieure, Chemiker, Waffenexperten, etc.) sogar bis 65 Jahren sind wehrpflichtig; Uniformfarbe: steingrau

 

2. REPUBLIK

1955 - 1958 Offiziersausbildung an der Heeresschule in Enns

1956, 14. Juli Auflösung des 'Amtes für Landesverteidigung' im Bundeskanzleramt

1956, 15. Juli Gründung des 'Bundesministeriums für Landesverteidigung'

1956, 15. Okt. erste Einberufung von Wehrpflichtigen zum Bundesheer in der 2. Republik

1958 Wiedereröffnung der Theresianischen Militärakademie (MilAk) in Wiener Neustadt

1960, 11. Dezember Beginn der Auslandseinsätze des Bundesheeres (UN-Einsatz in der Demokratischen Republik Kongo)

1964 Wiedereinführung der 'Einjährig-Freiwilligen'

1971 Juli, Verkürzung der Wehrpflicht von 9 auf 8 Monate (6 Monate und 60 Tage Truppenübungen)

1975 Beginn des Zivildienstes aus Gewissensgründen (Gewissensprüfung)

1992 Abschaffung der Gewissensprüfung beim Zivildienst

1992 Zivildienst wird auf 10 Monate verlängert, später auf 11 Monate

1997 Zivildienst wird auf 12 Monate verlängert

1997 Militärakademie wird Fachhochschule und kann nun auch von Zivilisten besucht werden

1998, 1. April Freiwilliger Wehrdienst für Frauen (Laufbahn als Berufsoffizier bzw. Berufsunteroffizier); bei Auslandseinsätzen schon früher

2001, 1. Jänner, Frauen dürfen beim Bundesheer freiwillige Waffenübungen, Funktionsdienste und Milizarbeit leisten

2004 Wehrdienst wird auf 6, Zivildienst auf 9 Monate verkürzt

2005, 1. Juli, Zusammenlegung von Gendarmerie, Bundessicherheitswachekorps und Kriminalbeamtenkorps zur 'Bundespolizei' Bis 2005 war die Gendarmerie mit etwa 15.000 Mann für zwei Drittel der Bevölkerung auf etwa 98 % des österreichischen Staatsgebietes zuständig. Nur in Wien, Schwechat, St. Pölten, Wiener Neustadt, Linz, Steyr, Wels, Salzburg, Innsbruck, Eisenstadt, Graz, Leoben, Klagenfurt und Villach gab es Bundespolizeidirektionen

 

Anmerkung: 'jüdisch' bedeutet hier ausschließlich die konfessionelle Zugehörigkeit. Der ab 1880 vor allem von den Alldeutschen propagierte 'Rassenantisemitismus' spielte im alten Österreich (vor 1918) kaum eine Rolle, wie auch die Alldeutschen selbst.

 

KRIEGSARCHIV WIEN

Eine sehr gute Übersicht über die genealogischen Bestände des Kriegsarchivs in Wien findet man hier:
QUELLEN ZUR GENEALOGISCHEN FORSCHUNG IM KRIEGSARCHIV WIEN
von
Christoph Tepperberg
Direktor des Kriegsarchivs
file:///C:/Users/User/Downloads/Genealogie%20im%20Kriegsarchiv%20(05%2012%202014)-1.pdf
 
Familienforschung im Kriegsarchiv Wien
https://www.oesta.gv.at/benutzung/forschungshinweise/kriegsarchiv.html

 

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